Thema

Das Forschungsobjekt dieser Veranstaltung ist das oft so genannte "geheimnisvollste Manuskript der Welt", das nach seinem Finder benannte Voynich Manuskript. Offenbar gelingt es ihm, seit Jahrhunderten jeden zu narren, der versucht, ihm seine Botschaft abzuringen. Benannt ist es nach dem Mann, der es 1912 in der Villa Mondragone, einem Jesuitenstift in der Nähe von Rom, entdeckte. Seine Geschichte reicht aber viel weiter zurück. Bei der Analyse des Manuskripts spielen viele verschiedene Wissensgebiete eine Rolle - Kryptologie natürlich, aber auch die Entzifferung unbekannter Sprachen, Paläographie, Kodikologie, Semiotik, Botanik, Astrologie, Philosophie, Theologie und schließlich auch Beiträge zur künstlichen Intelligenz.


Veranstaltungsplan

Die Veranstaltung wird in Präsenz stattfinden. Im ersten Teil des Kurses wird Überblick über bisherige Forschungsergebnissn zum Voynich Manuskript gegeben. Spätestens in der dritten Sitzung werden Teams zu vier Spezialisierungs-Themen (Material, Schrift, Bild, Text) gebildet, die während des Semesters ausgearbeitet werden sollen und im letzten Drittel der Veranstaltung durch die Studierenden vorgestellt werden. Der Fokus soll dabei auf einer allgemein verständlichen Darstellung liegen, die evtl. auch verschiedene Medien zur Vermittlung der Inhalte nutzt. Ziel ist es, die Inhalte auf der Plattform https://voynichsc.uni-koeln.de/ der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.


Semesterprogramm

Datum Uhrzeit Thema / Material Links
16.04.2026 14:00 Was ist das Voynch Manuskript? Wie funktioniert dieser Kurs? Scans
23.04.2026 14:00 Medienwirksame Lösungsansätze für das VMS, Themenvergabe
30.04.2026 14:00 Geschichte des VMS Briefe
07.05.2026 14:00 Der Text des VMS: Auffälligkeiten
21.05.2026 14:00 Geschichte und Verfahren der Kryptologie
11.06.2026 14:00 Vorstellung Ausarbeitungskonzepte
18.06.2026 14:00 [Ausarbeitung / Rückfragen]
25.06.2026 14:00 Teambericht Materialanalyse
02.07.2026 14:00 Teambericht Schriftanalyse
09.07.2026 14:00 Teambericht Bildanalyse
16.07.2026 14:00 Teambericht Textanalyse
23.07.2026 14:00 Zusammenfassung & Ausblick

Studienleistung (obligatorisch): Berichte zu spezialisierten Themen

Insgesamt stehen vier verschiedene Themen zur Verfügung, die von jeweils einem Team aus zwei bis drei Studierenden bearbeitet werden sollen:

  1. Materialanalyse: Wie funktioniert Altersbestimmung? Was sind die Ergebnisse bezüglich des VMS?
  2. Paläographie: Wie erforscht man Handschriften? Wie viele Schreiber|innen schrieben am VMS?
  3. Botanik: Wie wurden Pflanzen im Mittelalter dargestellt? Wie kann man die Zeichnungen des VMS identifizieren?
  4. Textanalyse: Welche Ansätze gibt es, einen unbekannten Text zu analysieren? Was sind die gegenwärtigen Hypothesen zum Text des VMS?

Die Themenstellungen und dazu notwendigen Ressourcen, inklusive digitaler Tools sind auf dieser Unterseite noch einmal genauer aufgeführt. Die Leistung jedes Teammitglieds muss innerhalb der Berichte nachvollziehbar sein. Ggfs muss sie gegenüber dem Dozenten dokumentiert werden.

Es ist außerdem möglich, dass im Laufe der Übung kleinere Hausaufgaben in ILIAS gestellt werden. Auch die rechtzeitige Bearbeitung dieser ist Teil der Studienleistung.


Prüfungsleistung (fakultativ, nur Informationsverarbeitung): Vertiefung, Dokumentation

Es ist möglich, in Verbindung mit der Übung eine Prüfung im Modul EM2 (Digital Humanities) abzulegen. Im Normalfall schließt sich die Prüfungsleistung an die Studienleistung an, indem Sie die dort erarbeiteten Ergebnisse vertieft bzw. ausbaut (etwa durch weitere Arbeit mit den Softwaretools) und dokumentiert. Die Erarbeitung der Prüfungsleistung erfolgt bis Mitte September 2026. Im Normalfall ist ein Poster Teil der Prüfungsleistung, das auf der DHCon 2027 vorgestellt werden sollte.


Material (wird noch ergänzt)


Literatur (wird noch ergänzt)

  • Allgemeine Einführungen zum VMS
    • Raymond Clemens, Deborah Harkness (2016): The Voynich Manuscript. Beinecke Rare Book and Manuscript Library, Yale University Press. New Haven & London
    • Mary E. D’Imperio (1978): The Voynich Manuscript. An Elegant Enigma (= A Cryptographic Series. 27). Aegean Park Press, Laguna Hills CA
    • Gerry Kennedy, Rob Churchill (2005): Der Voynich-Code. Das Buch, das niemand lesen kann. Rogner & Bernhard bei Zweitausendeins
  • Allgemeine Einführungen zur Kryptologie
    • David Kahn (1967). The Codebreakers: The Story of Secret Writing. New York: Macmillan.Eine kurze Geschichte kyptographischer Verfahren
    • Friedrich Bauer (2007): Decrypted Secrets: methods and maxims of cryptology. Berlin u.a.: Springer.
  • Umfangreiche Webseiten mit Informationen zum VMS
  • Spezifische Theorien zum Geheimnis des VMS-Textes
    • Stephen Bax (2014): A proposed partial decoding of the Voynich script. Weblink
    • Nicholas Gibbs (2017): Voynich manuscript: the solution. Weblink
    • Bradley Hauer, Grzegorz Kondrack (2016): Decoding Anagrammed Texts Written in an Unknown Language and Script Weblink
    • Marcelo Montemurro, Damian Zanette (2013): Keywords and Co-Occurrence Patterns in the Voynich Manuscript: An Information-Theoretic Analysis Weblink
    • Jürgen Hermes (2012): Textprozessierung – Design und Applikation. PhD thesis, Universität zu Köln Weblink
    • Gordon Rugg, Gavin Taylor (2017): Hoaxing statistical features of the Voynich Manuscript. Cryptologia 41:3, 247-268.
    • Torsten Timm (2015): How the Voynich Manuscript was created. Weblink & (mit Andreas Schinner): A possible generating algorithm of the Voynich manuscript Weblink

Veranstaltungsmaterialien

ILIAS - Ordner zum Kurs